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Aktuelles
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Pfarrer Beham

Zum Abschied

Liebe Pfarrgemeinde!

„Ein frei schwirrender Priester ohne festen Altar am Sonntag verliert schnell seine innere Mitte!“, so hatte ich mir gedacht, als ich im Herbst 1992 nach über vier Jahren Kaplanszeit in Germering und München-Giesing offiziell „pfarreilos“ wurde. Die Bistumsleitung hatte mich zum Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche im Erzbischöflichen Ordinariat ernannt mit dem Auftrag, Interessenten für geistliche und kirchliche Berufe zu gewinnen, sie zu beraten und auf ihrem Entscheidungsweg zu begleiten.

Eine spannende, wenn auch mühselige Aufgabe, die mich quer durch Oberbayern in viele Pfarreien, Klöster und Schulen führte.

Das ständige Unterwegssein vor Augen ließ mich deshalb zum Ausgleich nach einer „freiwilligen“ Gemeindeanbindung suchen. Ich fand Sie bei Ihnen, mittlerweile sage ich „bei uns“ in Wolfratshausen. Über meinen Weihekurskollegen und Freund Peter Demmelmair hatte ich aus dessen Kaplanszeit Kontakt zum damaligen Stadtpfarrer Ulrich Wimmer. Er vermittelte mir zum 1.2.1993 die Dienstwohnung am Moosbauerweg und bat mich um Mithilfe bei den Sonntagsmessen mit Schwerpunkt in der Nantweiner Kirche.

Mittlerweile darf ich dort im 13. Jahr mit einer geistlich wachen und sangesfreudigen Gemeinschaft die Eucharistie feiern. Nicht nur die Osternachtsfeiern waren für mich Höhepunkte; Sonntag für Sonntag durfte ich erfahren, wie wir uns im Glauben gegenseitig aufbauen und bestärken im Blick auf den Herrn Jesus Christus. So wurde Nantwein für mich zum Ort, wo ich selber oft Kraft geschöpft und Mut gewonnen habe für meine weit verzweigten Aufgaben.

Meine Eltern aus München-Fürstenried haben bis zur fortschreitenden Erkrankung meiner Mutter mein erstes Nantweiner Kirchenjahr mitgefeiert. Meine Nichte wurde hier getauft. Und mein Vater gehört bis zur Stunde zur treuen 10- Uhr- Gemeinde.

Genauso herzlich aber weiß ich mich auch den Pfarrkirchlern, den Filialen Gelting und Dorfen, sowie unserer Krankenhauskirche verbunden. In Zeiten personellen Wechsels im Seelsorgeteam wurde ich dann streckenweise auch mehrmals zum „Drittel“-Kaplan, v.a. in der Vorbereitung von Kinder- und Familiengottesdiensten und der Sorge um die Ministranten/innen.

Doch war und ist es neben dem Ausüben bestimmter seelsorglicher Funktionen vor allem das Mitleben-Dürfen in der Pfarrei, das mich mit großer Dankbarkeit erfüllt: Ich war nicht nur als Priester hier, sondern durfte auch einer „mit Euch und unter Euch“ sein: bei pfarrlichen Festen und Brauchtumsveranstaltungen, als gelegentliche Bass-Verstärkung im Kirchenchor oder in manchen Berg- und Tal-Freizeiten mit den flügge gewordenen „Oldies“ der Pfarrjugend. Auch im kroatisch gewordenen Pfarrhaus hieß mich P. Nediljko Šabić willkommen.

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Juli 2005
© Pfarrei St. Andreas Wolfratshausen